Warum die meisten Entscheidungen fallen, bevor wir glauben, sie zu treffen

Von Momar Lissa Ndiaye („MLN"), Gründer & CEO, weyoga Inc.

Jahrzehntelang gingen wir davon aus, dass bessere Entscheidungen aus besseren Informationen entstehen. Noch ein Buch lesen. Noch einen Podcast hören. Noch einen Coach engagieren. Noch eine KI fragen. Und doch geschieht etwas Merkwürdiges immer wieder: Menschen, die genau wissen, was sie tun sollten, treffen weiterhin Entscheidungen, die sie später bereuen. Sie bleiben in denselben Beziehungen. Sie wiederholen dieselben Streitgespräche. Sie stellen die falschen Leute ein. Sie reagieren in vertrauten Situationen über. Sie brennen auf vorhersehbare Weise aus.

Das Problem ist nicht die Information. Das Problem ist die Erkennung.

Information ist nicht der Engpass

Künstliche Intelligenz hat die Fähigkeit der Menschheit, Informationen zu erzeugen, dramatisch erweitert. Stellen Sie fast jede Frage, und eine KI kann in Sekunden eine intelligente Antwort liefern. Aber Information verändert selten Verhalten. Wäre es anders, würde niemand überessen, prokrastinieren, Beziehungen sabotieren, destruktive Gewohnheiten wiederholen oder emotionale Finanzentscheidungen treffen. Die Menschen wissen es bereits besser. Sie erkennen nur nicht, was gerade geschieht, während es geschieht.

Die unsichtbare Ebene

Jede Entscheidung hat zwei Teile: die Entscheidung selbst, und das Muster, das sie hervorbringt. Die meisten Menschen sehen nur den ersten Teil.

Denken Sie an jemanden, der wiederholt sagt: Dieses Mal ist es anders, oder: Ich weiß nicht, warum mir das immer wieder passiert. Sehr oft ist es nicht anders. Das Muster trägt lediglich andere Kleidung — eine andere Firma, eine andere Beziehung, eine andere Stadt, ein anderes Gespräch. Gleiches Muster, anderes Ergebnis.

Sie selbst haben eine Version davon. Ein Gespräch, das Sie mehr als einmal geführt haben, mit unterschiedlichen Menschen, das aber auf dieselbe Weise endet. Eine Entscheidung, die Sie mit anderen Details, aber derselben Form erneut getroffen haben. Sie wissen, welche das ist. Diese Erkennung — der Moment, in dem das Muster sichtbar statt nur gefühlt wird — ist das ganze Argument dieses Essays.

Die nächste Grenze der KI

Die nächste Generation der KI wird sich nicht allein durch bessere Antworten unterscheiden. Sie wird sich durch Kontext unterscheiden — nicht den Kontext einer einzelnen Anfrage, sondern den Kontext eines ganzen Lebens: die geführten Gespräche, die getroffenen Entscheidungen, die durchlebten Beziehungen, die wiederkehrenden Situationen, deren Zusammenhang nie bemerkt wurde. Mit der Zeit beginnen einzelne Momente etwas Größeres zu bilden. Muster werden sichtbar, lange bevor sie offensichtlich werden.

Behavioral Intelligence

Es gibt einen Namen für diese Ebene. Behavioral Intelligence.

Künstliche Intelligenz hilft uns zu denken. Behavioral Intelligence hilft uns zu erkennen. Sie ersetzt nicht das menschliche Urteilsvermögen — sie verbessert es. Nicht, indem sie mehr Ratschläge gibt, sondern indem sie offenlegt, was unsere Entscheidungen die ganze Zeit über still geformt hat.

Erkennung verändert Ergebnisse

Die meisten unerwünschten Ergebnisse entstehen nicht plötzlich. Sie kommen nach Dutzenden unbemerkter Wiederholungen zustande. Erkennung unterbricht Wiederholung. Sobald jemand das Muster klar erkennt, werden völlig neue Entscheidungen möglich — nicht weil er klüger geworden ist, sondern weil er endlich erkannt hat, was schon immer da war.

Das könnte einer der wertvollsten Beiträge der KI werden. Nicht bessere Informationen zu erzeugen. Uns zu helfen, uns selbst früher zu erkennen.


Momar Lissa Ndiaye („MLN") ist Gründer & CEO von weyoga Inc., einer Delaware-Gesellschaft. — weyoga.ai · mln@weyoga.ai

Siehe auch: Die meisten Entscheidungen fallen, bevor wir glauben, sie zu treffen